Hypapante — la fête de la Présentation du Seigneur au Temple : 2 février dans la tradition orthodoxe

Hypapante — das Fest der Darstellung des Herrn im Tempel: der 2. Februar in der orthodoxen Tradition

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Kurz zusammengefasst: Hypapante (griechisch: Ὑπαπαντή — «Begegnung») ist eines der Zwölf Großen Feste der orthodoxen Kirche, begangen am 2. Februar (oder 15. Februar für Kirchen des Julianischen Kalenders). Es gedenkt der Darstellung Jesu im Tempel von Jerusalem vierzig Tage nach Weihnachten und der Begegnung Christi mit dem greisen Simeon und der Prophetin Hanna. Als einziges der Großen Feste ist es zugleich ein Fest des Herrn und ein Fest der Theotokos. Es hat einen Vorfesttag (1. Februar) und eine Nachfestzeit von sieben Tagen.

Hypapante ist eines der poetisch schönsten Feste des orthodoxen Kirchenkalenders. Es feiert eine Begegnung — nicht irgendeine Begegnung, sondern die Begegnung zwischen Gott und seinem Volk, zwischen dem Neuen und dem Alten Bund, zwischen dem Licht der Welt und den Menschen, die in der Dunkelheit auf es warteten. Es ist die Begegnung des Kindes Jesus mit dem alten Simeon — einem Mann, der sein ganzes Leben gewartet hatte, den Messias zu sehen, und der sterbend sagen konnte: «Nun lässt du, Herr, deinen Knecht in Frieden gehen.» Im deutschsprachigen Raum ist dieser Tag als Lichtmess bekannt — ein Fest, das seit dem Mittelalter im deutschen Volkskalender verankert ist und in Bayern und Österreich traditionell das Ende des Winters und den Beginn der Feldarbeit markiert. In den orthodoxen Gemeinden Deutschlands, Österreichs und der Schweiz wird es als Hypapante mit feierlicher Göttlicher Liturgie und Kerzenweihe begangen.

Was ist die Hypapante?

Hypapante (griechisch: Ὑπαπαντή, manchmal Hypapanti geschrieben) ist eines der Zwölf Großen Feste (Dodekaorton) des orthodoxen Kirchenkalenders. Es wird am 2. Februar in den orthodoxen Kirchen begangen, die den Gregorianischen Kalender verwenden, und am 15. Februar in den Kirchen des Julianischen Kalenders (Russisch-Orthodoxe, Serbisch-Orthodoxe, Georgisch-Orthodoxe Kirche).

Sein vollständiger offizieller Name in der orthodoxen Tradition lautet «Die heilige Begegnung unseres Herrn, Gottes und Heilandes Jesus Christus». Dieses Fest gedenkt der Darstellung Jesu im Tempel von Jerusalem vierzig Tage nach der Geburt Christi und der Begegnung des Christuskindes mit dem greisen Simeon und der Prophetin Hanna. Es ist das einzige der Zwölf Großen Feste, das zugleich ein Fest des Herrn (auf Christus ausgerichtet) und ein Fest der Theotokos (auf die Gottesmutter ausgerichtet, die ihren Sohn in den Tempel bringt) ist.

Im deutschen Volkskalender ist der 2. Februar als Lichtmess bekannt — ein Name, der auf die Weihe der Kerzen zurückgeht, die ihrerseits von Simeons Ruf Jesu als «Licht zur Erleuchtung der Heiden» inspiriert ist. In Bayern und Österreich war Lichtmess traditionell der Tag, an dem die Landarbeiter ihre Verträge erneuerten und mit dem Frühjahrsanbau begannen — ein volkstümliches Erbe, das bis heute im kollektiven Gedächtnis lebendig ist.

Bedeutung des Wortes Hypapante

Das griechische Wort Hypapante (Ὑπαπαντή) leitet sich vom Verb hypantaô (ὑπαντάω) ab — «jemandem entgegengehen, auf jemanden zugehen». Es bezeichnet wörtlich «die Begegnung» oder «den Akt des Entgegengehens». Auf Russisch heißt das Fest Srétenie Gospodne (Сретение Господне — Begegnung des Herrn); auf Rumänisch Întâmpinarea Domnului (gleiche Bedeutung).

Das Evangeliumsereignis — Lk 2, 22-40

Hypapante gründet auf dem Bericht des Lukas-Evangeliums (2, 22–40). Vierzig Tage nach der Geburt — also vierzig Tage nach Weihnachten, daher der 2. Februar — bringen Maria und Josef das Kind Jesus in den Tempel von Jerusalem, um zwei Vorschriften des Mosegesetzes zu erfüllen:

  • Die Reinigung der Mutter — vierzig Tage nach der Geburt eines Sohnes musste die Mutter einen Reinigungsritus vollziehen und ein einjähriges Lamm für das Brandopfer darbringen, oder für arme Familien zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben. Maria und Josef opfern zwei Turteltauben — ein Zeichen ihrer Armut und der Demut der Menschwerdung
  • Die Weihe des Erstgeborenen — «Jedes männliche Erstgeborene soll dem Herrn geweiht sein» (Lk 2, 23; Ex 13, 2). Der Erstgeborene wurde von den Eltern durch eine Tempelspende «freigekauft» — eine Geste, die daran erinnerte, dass Gott die Erstgeborenen der Hebräer bei der zehnten Plage Ägyptens verschont hatte

Der heilige Simeon der Gottesempfänger

Die zentrale Gestalt der Hypapante ist der greise Simeon, in der orthodoxen Tradition Theodochos (Θεοδόχος — «Der Gottesempfänger») genannt. Das Evangelium beschreibt ihn als «einen Mann, der gerecht und fromm war und auf die Erfüllung der Hoffnung Israels wartete; der Heilige Geist ruhte auf ihm» (Lk 2, 25). Der Heilige Geist hatte ihm offenbart, dass er den Tod nicht sehen werde, bevor er den Messias des Herrn gesehen habe.

Am Tag der Hypapante, «vom Geist getrieben, ging er in den Tempel» — und als Maria und Josef mit dem Kind Jesus eintraten, nahm er es auf seine Arme und lobte Gott. Die orthodoxe Kirche feiert den heiligen Simeon am 3. Februar — dem Tag nach der Hypapante — zusammen mit der Prophetin Hanna. Seine Geste, das Kind auf die Arme zu nehmen, ist die liturgische Zentralgeste des Festes: Die Ikone der Hypapante zeigt fast immer diesen Moment — Simeon hält Christus auf den von seinem Phelonion verhüllten Armen, wie ein Priester, der das Opfer darbringt. Einige alte Überlieferungen identifizieren Simeon als einen der siebzig Gelehrten der Septuaginta-Übersetzung, der die Verheißung empfing, nicht zu sterben, bevor er den Messias gesehen hatte — weil er an Jesajas Prophezeiung der jungfräulichen Geburt gezweifelt hatte.

Die Prophetin Hanna — Zeugin der Erlösung

Die Prophetin Hanna, Tochter Phanuels, aus dem Stamm Ascher, ist die zweite Gestalt des Festes. Als 84-jährige Witwe verließ sie den Tempel nicht und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Gebet. Als sie das Kind Jesus sah, «pries sie Gott und sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten» (Lk 2, 38). Hanna repräsentiert in der orthodoxen Tradition das treue Israel, das den Messias im Gebet und Fasten erwartet hat.

Das Lobgesang Simeons — Nunc Dimittis

Ein liturgisch besonders bedeutsamer Beitrag des Hypapante-Festes ist der Lobgesang Simeons (Lk 2, 29–32), in der lateinischen Tradition als Nunc Dimittis («Nun entlässt du») bekannt:

«Nun lässt du, Herr, deinen Knecht,
wie du es versprochen hast, in Frieden scheiden.
Denn meine Augen haben das Heil gesehen,
das du vor allen Völkern bereitet hast,
ein Licht, das die Heiden erleuchtet,
und Herrlichkeit für dein Volk Israel.»

(Lk 2, 29–32)

In der orthodoxen Liturgie wird der Lobgesang Simeons (Nyn apolueis — Νῦν ἀπολύεις) am Ende jedes Abendgottesdienstes (Vesper) gesungen — jeden Abend, in allen orthodoxen Kirchen der Welt. Er ist eines der universalsten Gebete der östlich-christlichen Tradition.

Die Theologie der Hypapante — Fest des Herrn und der Theotokos

Hypapante ist einzigartig unter den Zwölf Großen Festen: Es ist das einzige, das zugleich Fest des Herrn und Fest der Theotokos ist. Diese Doppelnatur kommt im Kontakion (Kurzhymnus) des Festes zum Ausdruck:

«Schmücke dein Brautgemach, Zion,
und empfange Christus, unseren König.
Umarme Maria, die Pforte des Himmels:
sie ist der neue Thron der Cherubim.
Sie trägt den König der Herrlichkeit,
die leuchtende Wolke, die im Fleisch den vor der Morgenröte gezeugten Sohn trägt.
Simeon, ihn auf seine Arme nehmend,
offenbart allen Völkern, dass er der Herr über Leben und Tod ist,
der Erlöser unserer Seelen.»

Theologisch ist Hypapante ein Lichtfest — wie Simeons Aussage zeigt: «ein Licht zur Erleuchtung der Heiden». Christus ist das wahre Licht, das in die Welt eingetreten ist, und die Kerzenweihe zu Hypapante ist das sakramentale Zeichen dafür. Es ist auch ein Fest des Erkennens: Simeon und Hanna erkennen in einem vierzig Tage alten Kind den Messias, auf den ganz Israel seit Jahrhunderten gewartet hatte. Ihr Glaube stützt sich nicht auf außergewöhnliche Zeichen, sondern auf das innere Licht des Heiligen Geistes — ein Modell des Christus-Erkennens, das die orthodoxe Tradition jedem Gläubigen vorhält.

Geschichte des Festes — von den Ursprüngen zur byzantinischen Tradition

Hypapante ist eines der ältesten christlichen Liturgiefeste. Es ist in Jerusalem bereits im 4. Jahrhundert belegt — die Pilgerin Egeria beschreibt in ihrem Reisetagebuch (um 380–384) eine feierliche Prozession, die vierzig Tage nach der Epiphanie (am 6. Januar war damals in Jerusalem das Geburtsfest Jesu) gefeiert wurde, also am 14. Februar. Als das Geburtsfest auf den 25. Dezember verlegt wurde, verschob sich das Fest auf den 2. Februar.

Unter Kaiser Justinian I. (527–565) wurde Hypapante nach einer schweren Seuchenkatastrophe in Konstantinopel im Jahr 542 im gesamten Byzantinischen Reich mit erhöhter Feierlichkeit eingeführt. Justinian ordnete Fackelzüge in allen Städten des Reiches an. Von da an wird das Fest universell in der gesamten orthodoxen Kirche gefeiert.

Die liturgische Feier der Hypapante

Hypapante hat einen Vorfesttag (1. Februar) und eine Nachfestzeit von sieben Tagen bis zum 9. Februar — wenngleich diese Nachfestzeit verkürzt oder weggelassen werden kann, wenn der 2. Februar nahe an den Beginn der Vorbereitung auf die Großen Fastenzeit fällt.

Am Vorabend des Festes wird die Ikone der Hypapante in der Mitte der Kirche aufgestellt. Am Festtag selbst wird die Göttliche Liturgie feierlich gefeiert. In vielen orthodoxen Gemeinden Deutschlands und Österreichs werden am 2. Februar Kerzen gesegnet — eine Praxis, die sowohl in der orthodoxen als auch in der katholischen Tradition verwurzelt ist und in Bayern und Österreich seit Jahrhunderten lebendig ist.

Die Ikone der Hypapante kann während der gesamten Nachfestzeit im Gebetswinkel aufgestellt werden. Ikonen der Hypapante sind in orthodoxen Ikonenboutiquen erhältlich.

Die Ikone der Hypapante

Die Ikonographie des Festes wurde im 9.–10. Jahrhundert endgültig festgelegt und ist seither nahezu unverändert geblieben. Die ältesten bekannten Darstellungen der Präsentation finden sich in einem Mosaik in Santa Maria Maggiore in Rom (5. Jahrhundert). Die endgültige byzantinische ikonographische Komposition, mit Simeon im Mittelpunkt, der Christus hält, setzte sich im 9. Jahrhundert durch. Die zwei Turteltauben des heiligen Josef in der Ikone sind kein dekoratives Detail — sie sind ein präzises theologisches Signal: die Armut der Heiligen Familie bezeugt, dass sich der Sohn Gottes in Demut, nicht in weltlicher Herrlichkeit, Fleisch angenommen hat. Die Ikone zeigt:

  • Im Zentrum — der greise Simeon, der das Christuskind auf den von seinem Phelonion verhüllten Armen hält. Das Christuskind, nie in Windeln dargestellt, segnet manchmal mit der rechten Hand
  • Links — die Theotokos mit ausgestreckten Händen in Richtung Simeon, in einer Geste des Darbringens
  • Rechts — der heilige Josef mit den zwei Turteltauben des Opfers
  • Hinter Simeon — die Prophetin Hanna mit einer Schriftrolle in der Hand, den Blick zum Himmel erhoben als Zeichen prophetischer Inspiration
  • Im Hintergrund — die Architektur des Tempels von Jerusalem

FAQ — Häufige Fragen zur orthodoxen Hypapante

Was ist das Fest der Hypapante?

Hypapante (Ὑπαπαντή — «Begegnung») ist eines der Zwölf Großen Feste der orthodoxen Kirche, begangen am 2. Februar. Es gedenkt der Darstellung Jesu im Tempel von Jerusalem vierzig Tage nach Weihnachten und der Begegnung Christi mit dem greisen Simeon und der Prophetin Hanna. Es ist das einzige Große Fest, das zugleich Fest des Herrn und Fest der Theotokos ist.

Was bedeutet Hypapante?

Hypapante (Ὑπαπαντή) ist ein griechisches Wort, das «Begegnung» oder «das Entgegengehen» bedeutet. Auf Russisch heißt das Fest Srétenie Gospodne, auf Rumänisch Întâmpinarea Domnului — jeweils mit der gleichen Bedeutung von Begegnung/Entgegenkommen.

Ist Hypapante dasselbe wie Lichtmess?

Ja — die orthodoxe Hypapante und das katholische/volkskirchliche Lichtmess feiern am selben Tag (2. Februar) dasselbe Evangeliumsereignis (Lk 2, 22-40). Beide Traditionen weihen Kerzen, in Anlehnung an Simeons Proklamation Jesu als «Licht zur Erleuchtung der Heiden». Der Hauptunterschied ist liturgischer und theologischer Art: In der Orthodoxie liegt der Akzent auf der Begegnung (Hypapante); in der westlichen Tradition eher auf der Darstellung und der Purifikation.

Wann wird die Hypapante nach dem Julianischen Kalender gefeiert?

Orthodoxe Kirchen des Julianischen Kalenders (Russisch-Orthodoxe, Serbisch-Orthodoxe, Georgisch-Orthodoxe Kirche) feiern die Hypapante am 2. Februar julianisch, was dem 15. Februar im bürgerlichen Kalender entspricht.

Was ist der Lobgesang Simeons (Nunc Dimittis)?

Der Lobgesang Simeons (Lk 2, 29–32), im Lateinischen als Nunc Dimittis («Nun entlässt du») bekannt, ist das Gebet, das Simeon sprach, als er das Kind Jesus auf den Armen hielt: «Nun lässt du, Herr, deinen Knecht in Frieden scheiden... denn meine Augen haben das Heil gesehen.» In der orthodoxen Liturgie wird dieser Lobgesang am Ende jedes Abendgottesdienstes (Vesper) gesungen.

Warum ist Hypapante das einzige Große Fest, das zugleich Fest des Herrn und der Theotokos ist?

Hypapante ist zugleich Fest des Herrn und der Theotokos, weil das Evangeliumsereignis beide untrennbar einschließt. Die orthodoxe Tradition weigert sich, zu trennen, was in der Wirklichkeit der Menschwerdung untrennbar ist: Christus kann nicht im Tempel dargestellt werden ohne die Theotokos, die ihn trägt, und die Theotokos kann ihn nicht tragen ohne ihn. Deshalb verherrlichen die Hymnen des Festes abwechselnd Christus und seine Mutter.

Kann man Kerzen für die Hypapante in einer orthodoxen Kirche segnen lassen?

Ja — die Kerzenweihe am 2. Februar ist eine in der orthodoxen Tradition verwurzelte Praxis, besonders in griechischen, slawischen und rumänischen Gemeinden. In Bayern und Österreich haben viele orthodoxe Gläubige diese Praxis in ihre Familienfrömmigkeit integriert. Die geweihten Kerzen werden bei wichtigen Lebensereignissen angezündet: Geburt, Krankheit, Sterbestunde.

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