Le prêtre orthodoxe : vêtements, rangs et rôles dans l'Église

Der orthodoxe Priester: Gewänder, Ränge und Rollen in der Kirche

Lesezeit: 10 Minuten

Wer ist der orthodoxe Priester? Warum trägt er im Alltag ein langes schwarzes Gewand und während des Gottesdienstes prächtige bestickte Messgewänder? Darf er heiraten? Was ist der Unterschied zwischen einem Diakon, einem Priester und einem Bischof? Warum tragen manche ein Brustkreuz und andere nicht? Dieser umfassende Leitfaden beantwortet all diese Fragen und öffnet die Tür zur Hierarchie, zur Berufung und zu den Gewändern des orthodoxen Klerus — einem der sichtbarsten und am wenigsten bekannten Aspekte der ostchristlichen Tradition.

Um den liturgischen Rahmen zu verstehen, in dem das priesterliche Amt ausgeübt wird, lesen Sie unseren Leitfaden zur Göttlichen Liturgie, der den Ablauf des eucharistischen Gottesdienstes beschreibt, in dem der Priester sein zentrales Amt ausübt.

Inhaltsverzeichnis

Die drei Hauptordnungen des orthodoxen Klerus

Die orthodoxe Kirche kennt drei Hauptordnungen des geweihten Klerus, die seit apostolischer Zeit eingerichtet und von den ersten Ökumenischen Konzilien bestätigt wurden:

  • Das Episkopat — die Bischöfe (Episkopoi, vom Griechischen episkopos, „Aufseher")
  • Das Presbyterat — die Priester (Presbyter, vom Griechischen presbyteros, „Ältester")
  • Das Diakonat — die Diakone (Diakonos, „Diener")

Es gibt auch zwei Nebenordnungen — Subdiakone und Lektoren-Vorsänger — die nicht durch Handauflegung (Cheirotonie) geweiht werden, sondern eine besondere Segnung (Cheirothesie) empfangen. Nur Bischöfe haben die Vollmacht, das Sakrament der Weihe auf allen Ebenen zu spenden und bewahren so die ununterbrochene apostolische Sukzession seit den Aposteln. In Deutschland sind orthodoxe Gemeinden — griechische, russische, serbische, rumänische, antiochenische — in vielen Städten vertreten und unterstehen den Jurisdiktionen ihrer jeweiligen Kirchen.

Der Diakon: Diener der Kirche

Das Wort Diakon kommt vom Griechischen diakonos, was wörtlich „Diener" bedeutet. In der frühen Kirche wurden die sieben ersten Diakone von den Aposteln ausgewählt, um bei den Gemeinschaftsmahlzeiten „an den Tischen zu bedienen" (Apg 6, 2-4) und damit die Apostel für Gebet und Verkündigung freizustellen. Diese Dimension des konkreten Dienstes blieb im Mittelpunkt des diakonalen Amtes.

In der orthodoxen Kirche ist das Diakonat ein eigenständiges liturgisches Amt mit eigenen Pflichten — nicht lediglich eine Durchgangsstation zur Priesterweihe. Diakone stellen im Gottesdienst die Verbindung zwischen Gläubigen und Priester her. In der orthodoxen Liturgie spielt der Diakon eine wesentliche und sehr sichtbare Rolle:

  • Er singt oder liest das Evangelium während der Göttlichen Liturgie
  • Er spricht die Ektenien — die langen Bittgebete, auf die die Gläubigen mit „Herr, erbarme dich" antworten
  • Er beräuchert Altar, Ikonostase, Gläubige und Ikonen unter der Leitung des zelebrierenden Priesters
  • Er kündigt die wichtigsten Momente der Liturgie an und führt die Versammlung

Der Diakon ist geweiht, das Evangelium zu verkündigen — er predigt nicht, er proklamiert. Er feiert die Sakramente nicht allein — er assistiert dem Priester und dem Bischof. Sein Amt ist das des verkündigten Wortes und des aktiven Dienstes an der versammelten Gemeinde.

In der orthodoxen Tradition unterscheidet man auch den Protodiakon (erster Diakon einer Kathedrale), den Hierodiakon (Mönchsdiakon) und den Archidiakon (persönlicher Diakon des Bischofs, der Vorrang vor allen anderen Diakonen hat).

Der Priester: Hirt der Gemeinde

Der orthodoxe Priester ist der ordentliche Hirte der Pfarrgemeinde. Sein Amt ist zugleich sakramental, seelsorgerlich und prophetisch. Er steht der Eucharistie vor, spendet die Sakramente, lehrt, hört die Beichte, segnet Häuser und begleitet Kranke und Sterbende.

Konkret feiert der orthodoxe Priester:

  • Die Göttliche Liturgie der Eucharistie — das Zentrum seines gesamten priesterlichen Lebens
  • Die Taufe und Chrismation — einschließlich der ersten Kommunion des Neugetauften
  • Die Beichte (Sakrament der Versöhnung)
  • Die Trauung
  • Die Krankensalbung (Euchelaion)
  • Die Begräbnisdienste und Gottesdienste für Verstorbene
  • Die Segnung des Wassers, von Häusern, Ikonen und liturgischen Gegenständen

Wichtig zu wissen: Jede Gemeinde hat auf dem Altar ein Antimension — ein vom Bischof unterzeichnetes Tuch, das die bischöfliche Erlaubnis für die Gemeinde darstellt, als Teil der Kirche zu handeln. Ohne dieses Antimension können Priester und Gemeinde keine legitimen Gottesdienste feiern. Die Vollmacht des Priesters, das Volk zu leiten, zu lehren und vor Gott zu vertreten, erhält er im Sakrament der Priesterweihe durch Gott — nicht durch das Volk.

Der Bischof: Nachfolger der Apostel

Der Bischof steht an der Spitze der Hierarchie des Weihesakraments. Er ist der direkte Erbe der apostolischen Sukzession: Jeder Bischof hat die Handauflegung von einem anderen Bischof empfangen, der sie seinerseits in einer ununterbrochenen Kette bis zu den Aposteln empfangen hatte. Genau diese Sukzession garantiert für die orthodoxe Kirche die Gültigkeit der Sakramente, die in jeder Pfarrei der Welt gefeiert werden.

Nur der Bischof kann:

  • Diakone, Priester und Bischöfe weihen
  • Das heilige Chrisam weihen (zusammen mit dem Patriarchen)
  • Eine neue Kirche oder einen Altar weihen

Nach den Kirchenregeln sind mindestens zwei Bischöfe notwendig, um einen weiteren Bischof zu weihen. Bei der Weihe ruft der weihende Bischof mehrfach laut „Axios!" — „Er ist würdig!" — aus. Die Gemeinde muss in diesen Ruf einstimmen; andernfalls gilt die Weihe als ungültig. Der Bischof leitet die Eucharistie in seiner Kathedrale und überträgt den eucharistischen Dienst den Priestern seiner Diözese. In der Liturgie hält der Bischof den Hirtenstab (Paterissa), das Zeichen seines Auftrags als Hirt.

Die bischöfliche Hierarchie: Bischof, Erzbischof, Metropolit, Patriarch

Innerhalb des Episkopats unterscheiden verschiedene Titel die Aufgaben und Würden:

  • Bischof — Grundtitel, verantwortlich für eine Diözese; Anrede: Vladyka (slawische Tradition) oder Exzellenz
  • Erzbischof — ranghöherer Bischof einer Kirchenprovinz; Anrede: Eminenz
  • Metropolit — Bischof einer bedeutenden Metropole; in der slawischen und antiochenischen Tradition steht der Metropolit über dem Erzbischof; Anrede: Seligkeit
  • Patriarch — Primas einer autokephalen (unabhängigen) Kirche: Patriarch von Konstantinopel, Moskau, Antiochia, Jerusalem, Serbien, Rumänien, Bulgarien, Georgien… Der Patriarch von Konstantinopel trägt den Titel Ökumenischer Patriarch und gilt als „Erster unter Gleichen" (primus inter pares) der gesamten orthodoxen Welt, ohne jedoch eine universale Jurisdiktionsgewalt auszuüben.

Es gibt auch den Titel des Weihbischofs (Hilfsbischofs), der einem Diözesanbischof assistiert, ohne eine eigene Diözese zu leiten.

Verheirateter Klerus und Mönchsklerus: eine grundlegende Unterscheidung

Eine der am häufigsten missverstandenen Regeln des orthodoxen Klerus betrifft das Zölibat — und sie verdient eine präzise Darstellung, auch für deutschsprachige Leser, die aus dem protestantischen oder katholischen Kontext kommen.

In der orthodoxen Tradition gilt folgende Kanonregel:

  • Ein verheirateter Mann kann zum Diakon oder Priester geweiht werden — sofern er sich vor der Weihe verheiratet hat. Er darf nicht nach der Weihe heiraten.
  • Bischöfe sind zum Zölibat verpflichtet — seit den Reformen Kaiser Justinians im 6. Jahrhundert werden Bischöfe aus dem zölibatären Klerus gewählt und seit mehreren Jahrhunderten fast ausschließlich aus dem Mönchsstand.
  • Orthodoxe Priester werden in zwei verschiedene Gruppen aufgeteilt: verheiratete Priester und Priestermönche. Wenn ein alleinstehender Mann geweiht wird, muss er das Zölibat einhalten.

Im Gegensatz zu einer in Deutschland verbreiteten Vorstellung sind orthodoxe Priester also nicht alle zölibatär. Die große Mehrheit der orthodoxen Gemeindepriester sind verheiratete Männer und Familienväter. Die Zölibatspflicht betrifft nur das Bischofsamt. Ein verheirateter Priester, dessen Frau verstirbt, darf sich nicht wieder verheiraten und muss seinen Dienst weiterführen. In manchen Fällen kann er in ein Kloster eintreten und Mönch werden.

Die Alltagsgewänder des Klerus

Außerhalb der Liturgie ist der orthodoxe Klerus an seinen spezifischen Gewändern erkennbar, die seine Zugehörigkeit und seine Weihe bezeugen:

Der Talar (Untergewand)

Das Basisgewand, direkt am Körper getragen, ist ein langes, in der Taille eng anliegendes Gewand, im Allgemeinen schwarz. Auf Russisch heißt es Podriasnik. Es bedeckt den Körper vom Hals bis zu den Knöcheln. Talar und Rhason bedeuten symbolisch den Verzicht auf alle irdische Eitelkeit und das Streben nach seelischer Ruhe. Als Abbild des Gewandes Christi mahnen diese Gewänder Geistliche und Mönche daran, das Leben des Herrn nachzuahmen.

Das Rhason (Obergewand)

Über dem Talar trägt der Priester ein langes, weites Obergewand mit weiten Ärmeln — das Rhason (russisch: Rjasa; griechisch: Exorason). Es ist breiter als der Talar und meistens schwarz. Das Rhason ist nicht im engeren Sinne ein liturgisches Gewand — der Priester trägt es bei allen seinen alltäglichen Tätigkeiten, einschließlich Seelsorgebesuchen, Beichten und Beerdigungsdiensten. Alle Gottesdienste außer der Liturgie zelebriert der Priester in Talar und Rhason; erst wenn er sich auf die Göttliche Liturgie vorbereitet, zieht er das Rhason aus und legt die liturgischen Gewänder an.

Das Kamilavkion und der Schleier (Klobouk)

Je nach Tradition trägt der Priester eine spezifische Kopfbedeckung: das zylindrische Kamilavkion (violett, für ausgezeichnete griechische Priester) oder den Klobouk (schwarzer Hut mit herabfallendem Schleier, für Mönchspriester in der slawischen Tradition). Bischöfe tragen einen weißen oder verzierten Klobouk.

Das Brustkreuz

Der Priester trägt ein Brustkreuz (Enkolpion) auf der Brust, an einer Kette hängend. Es signalisiert seine Weihe und identifiziert ihn als Priester in allen seelsorgerlichen Tätigkeiten. Das Kreuz der Bischöfe ist in der Regel aufwendiger gestaltet, oft mit Steinen oder Emails verziert, und kann eine Reliquie enthalten — in diesem Fall wird es Panagia genannt.

Die liturgischen Gewänder des Priesters, des Diakons und des Bischofs

Während der Göttlichen Liturgie und anderer sakramentaler Gottesdienste legt der Priester eine Reihe von liturgischen Gewändern in einer bestimmten Reihenfolge an, jedes begleitet von einem bestimmten Gebet. Diese Gewänder sind nicht bloße Ornamente: Sie sind das Sinnbild der Gerechtigkeit und Reinheit. Jeder Gottesdienst ist eine Begegnung mit Christus, ein spirituelles Festmahl, zu dem man nicht ohne Hochzeitsgewand kommen darf. Die Reihenfolge des Anziehens, von innen nach außen:

Das Sticharion (Untergewand / Albe)

Langes weißes Gewand, das bis zu den Füßen reicht — das erste angelegte Gewand. Das Äquivalent der lateinischen Albe. Es erinnert den Träger daran, dass die Gnade des Heiligen Geistes ihn wie ein Gewand des Heils und der Freude umhüllt. Das Sticharion des Priesters ist in der Regel aus leichtem weißem Stoff; das des Diakons kann farbig sein.

Das Epitrachelion (Stola)

Die priesterliche Stola, um den Hals getragen und vor der Brust hängend, mit den beiden Bändern zusammengebunden — was sie von der lateinischen Stola unterscheidet. Es ist das unentbehrliche Zeichen des Priestertums: ohne das Epitrachelion ist keine Feier möglich. Es symbolisiert die Ausgießung des Heiligen Geistes auf den Priester.

Die Epimanikia (Manschetten)

Starre Manschetten, um die Handgelenke getragen und mit einer langen Kordel befestigt. Sie dienen einerseits dazu, die weiten Ärmel des Sticharions zu sichern, damit sie die heiligen Gaben nicht berühren; andererseits symbolisieren sie, dass „die Hände des Zelebranten in Zeichen des Gehorsams gegenüber Gott gebunden sind" — dem Priester erinnernd, dass er nicht aus eigener Kraft dient, sondern allein mit der Hilfe Christi.

Der Gürtel (Zone)

Ein Stoffgürtel, der über dem Epitrachelion getragen wird und die Tunika zusammenhält. Er symbolisiert die Kraft und Ausdauer im Dienst Gottes und erinnert an den weißen Leinengürtel der Priester des Alten Testaments.

Das Phelonion

Das Obergewand, das sichtbarste und charakteristischste Gewand des orthodoxen Priesters. Eine große, ärmellose Kasel in Kegelform (griechische Tradition) oder Trapezform mit verkürzter Vorderseite (russische Tradition), über alle anderen Gewänder angelegt. Es symbolisiert die Tunika, die Christus trug. Beim Anlegen spricht der Priester: „Deine Priester, Herr, werden sich mit Gerechtigkeit bekleiden, und deine Heiligen werden jubeln." Das Phelonion ist der Erbe des römischen Paenula — eines großen glockenförmigen Reisemantels — der von der frühen Kirche schon in den ersten Jahrhunderten als liturgisches Gewand übernommen wurde.

Besonderheiten für den Diakon

Der Diakon trägt das Sticharion und das Orarion — ein langes Stoffband, das über der linken Schulter getragen wird und vorne und hinten herabhängt. Der Diakon schwenkt es bei den Ektenien und legt es bei der Kommunion auf die Schultern. Das Orarion symbolisiert die Flügel der Engel, denn der Diakon stellt die Engelspräsenz in der Liturgie dar.

Die besonderen Gewänder des Bischofs

Der Bischof trägt nicht das Phelonion, sondern den Sakkos — eine kurze Tunika mit weiten Ärmeln, an den Seiten mit kleinen Schellen besetzt, ererbt vom imperialen byzantinischen Gewand. Das Phelonion war zuerst Teil der Bischofskleidung, wurde aber später durch ein Gewand der Demut ersetzt, das dem Sticharion des Diakons ähnelt und Sakkos genannt wird. Er trägt außerdem:

  • Das Omophorion — ein breites, besticktes Schulterband, das schlechthin das Zeichen der bischöflichen Würde ist. Dieses hängt vorn und hinten herab und symbolisiert das verirrte Schaf, das Christus als guter Hirte auf den Schultern trug.
  • Das Epigonation — eine steife, rautenförmige Stoffplatte, die rechts herabhängt und das geistliche Schwert des Wortes Gottes symbolisiert
  • Die Mitra — reich besticktes Kopfstück mit Ikonen, das von einer Kreuz überragt wird; das vollständige bischöfliche Gewand entspricht den sieben Sakramenten, die der Bischof spendet
  • Den Hirtenstab (Paterissa) — Zeichen seines Auftrags als Hirt und Führer der Herde
  • Die Panagia — das bischöfliche Brustmedaillon (oft mit einer Reliquie), das den Bischof von Priestern unterscheidet, die nur ein Brustkreuz tragen

Die liturgischen Farben und ihre Bedeutung

Die Farbe des Phelonions (und allgemein der liturgischen Gewänder) wechselt je nach liturgischer Jahreszeit und Art des Festes. Im östlichen Christentum haben die liturgischen Farben nicht dieselbe normative Festigkeit wie im post-tridentinischen Westen; die lokalen Traditionen variieren. Im Allgemeinen gilt:

  • Gold / Gelb — vorherrschende Farbe für gewöhnliche Sonntage und Herrenfeste; symbolisiert die göttliche Herrlichkeit und das ungeschaffene Licht
  • Weiß — Ostern, Theophanie (Epiphanie), Verklärung; symbolisiert das Licht der Auferstehung
  • Rot — Pfingsten und Märtyrerfeste; symbolisiert das Blut Christi und das Feuer des Heiligen Geistes
  • Blau / Violett — Feste der Gottesmutter; symbolisiert Reinheit und Himmel
  • Grün — Feste der Asketen und der „Narren um Christi willen"; symbolisiert das ewige Leben und die Hoffnung
  • Schwarz / Dunkelviolett — Große Fastenzeit und Karwoche; symbolisiert Trauer und Buße. Die schwarze Farbe entsteht durch das Fehlen von Licht. Die Gewänder der Geistlichen sind deshalb schwarz, weil sie die Buße und die völlige Ruhe bedeuten, die in ihren Seelen herrschen soll, das Fehlen des Aufruhrs der Leidenschaft und den Verzicht auf alle irdische Eitelkeit.

Der Priester als ikonische Gegenwart

Die orthodoxe Theologie reduziert den Priester nicht auf eine administrative oder rituelle Funktion. Der Priester ist nicht nur ein Mann, der religiöse Funktionen ausführt — er ist selbst ein Zeichen, ein lebendiges Bild Christi des Hirten, durch seine Weihe, seine Gewänder und sein Amt in der Gemeinde sichtbar gemacht. Die Gläubigen nähern sich ihrem Priester im Glauben an sein Amt und bitten ihn um seinen Segen — nicht weil sie seine Person ehren, sondern weil sie in ihm die Gnade der Weihe erkennen.

Diese Theologie der ikonischen Gegenwart des Priesters ist untrennbar von der Theologie der Ikone selbst. Um diese Dimension zu vertiefen, bietet unser vollständiger Leitfaden zur orthodoxen Ikone einen umfassenden Einblick in die Rolle des heiligen Bildes in der ostchristlichen Tradition.

FAQ — Fragen zum orthodoxen Priester

Darf der orthodoxe Priester heiraten?

Ja — sofern er vor der Weihe heiratet. Die orthodoxe Kanonregel erlaubt verheirateten Männern, als Diakone und Priester geweiht zu werden; nach der Weihe darf man jedoch nicht mehr heiraten. Die große Mehrheit der orthodoxen Gemeindepriester sind verheiratete Männer und Familienväter. Nur Bischöfe sind zum Zölibat verpflichtet.

Was ist der Unterschied zwischen einem Priester, einem Hieromonach und einem Hierarchen?

Ein Priester (oder Presbyter) ist ein geweihter Mann, verheiratet oder zölibatär, der seinen Dienst in einer Pfarrgemeinde ausübt. Ein Hieromonach ist ein zum Priester geweihter Mönch — er ist zugleich Mönch und Priester. Ein Hierarch bezeichnet im Allgemeinen einen Bischof, der aus dem Mönchsstand stammt (was in der orthodoxen Kirche fast immer der Fall ist).

Was bedeutet der Titel „Archimandrit"?

Der Archimandrit ist ein Ehrentitel, der ausgezeichneten Hieromonachen (Priestermönchen) verliehen wird, oft Vorstehern bedeutender Klöster. Es ist der höchste Titel des Mönchsklerus vor dem Episkopat. Ein weiterer Ehrentitel für ausgezeichnete verheiratete Priester ist Erzpriester (oder Protopresbyter).

Was bedeutet der Begriff „Batjuschka"?

Batjuschka (russisch: «батюшка», wörtlich „Väterchen") ist die liebevolle russische Anrede für einen orthodoxen Priester. In deutschen orthodoxen Gemeinden russischer Tradition wird der Priester häufig einfach so angesprochen. Der Bischof wird als Vladyka (russisch: «Владыка», „Herr/Gebieter") angesprochen.

Was bedeutet „Axios!" bei der Priesterweihe?

Axios! (griechisch: «Ἄξιός», „Er ist würdig!") ist der Ausruf, mit dem der weihende Bischof während der Weihezeremonie dreimal laut ruft. Die Gemeinde muss in diesen Ruf einstimmen — andernfalls gilt die Weihe als ungültig. Es handelt sich um eine uralte Form der Zustimmung der Gemeinde zur Wahl und Würdigkeit des Kandidaten.

Was ist der Unterschied zwischen einem orthodoxen Patriarchen und dem Papst?

Ein orthodoxer Patriarch ist der Primas einer autokephalen (unabhängigen) Kirche — er hat keine universale Jurisdiktionsgewalt über andere orthodoxe Kirchen. Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel ist „Erster unter Gleichen" (primus inter pares), was ihm einen Ehrenvorrang verleiht, aber keine Regierungsgewalt über die gesamte Orthodoxie. Der Papst hingegen übt eine universale Jurisdiktion über die römisch-katholische Kirche aus — eine grundlegend andere Ekklesiologie.

Erhält der orthodoxe Priester ein Gehalt?

Das variiert je nach Kirche und Land. In den orthodoxen Stammländern (Griechenland, Russland, Rumänien…) können Priester staatliche oder kirchliche Unterstützung erhalten. In Deutschland und im Westen allgemein leben Priester meist von den Opfergaben der Gläubigen, manchmal ergänzt durch eine zivile Berufstätigkeit.

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