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Die orthodoxe Taufe ist eines der bedeutendsten Sakramente des östlichen christlichen Glaubens. Ob es sich um die Taufe eines Säuglings, eines Kindes oder eines Erwachsenen handelt – dieses Ritual markiert den Eintritt in die Gemeinschaft der orthodoxen Kirche und ist ein Moment tiefer Freude für die gesamte Familie.
In diesem Artikel erfahren Sie, wie eine orthodoxe Taufe abläuft, welche Traditionen in den verschiedenen orthodoxen Kirchen (russisch, griechisch, serbisch) gepflegt werden und wie Sie das passende Geschenk für diesen besonderen Anlass auswählen.
Wie Läuft eine Orthodoxe Taufe Ab?
Die orthodoxe Taufe folgt einem präzisen Ritual, das seit den ersten Jahrhunderten des Christentums überliefert wird. Es umfasst mehrere aufeinanderfolgende Schritte, die in Anwesenheit der Familie, der Taufpaten und des Priesters gefeiert werden.
Die Wichtigsten Schritte des Taufrituals
- Der Exorzismus und die vorbereitenden Gebete: Der Priester spricht Segensgebete und vertreibt die Mächte des Bösen.
- Die Segnung des Wassers: Das Wasser im Taufbecken wird vom Priester geweiht.
- Die dreifache Untertauchung: Der Täufling wird dreimal in das geweihte Wasser getaucht – im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Dies ist das, was man als orthodoxe Taufe durch Untertauchen bezeichnet.
- Die Chrismation: Unmittelbar nach der Taufe salbt der Priester den Täufling mit dem heiligen Chrisam und verleiht ihm die Gabe des Heiligen Geistes.
- Die erste Kommunion: Selbst Säuglinge empfangen die Eucharistie noch am Tag ihrer Taufe.
Die Zeremonie dauert in der Regel zwischen 45 Minuten und 1,5 Stunden, je nach Tradition der Gemeinde. Sie wird auf Kirchenslawisch, Griechisch, Arabisch oder in der jeweiligen Landessprache gesungen.

Was ist der Unterschied zwischen Orthodoxer und Katholischer Taufe?
Obwohl beide Sakramente denselben christlichen Ursprung teilen, unterscheiden sie sich in einigen wesentlichen Punkten:
- Untertauchen vs. Übergießen: In der orthodoxen Kirche erfolgt die Taufe durch dreimaliges vollständiges Untertauchen. In der katholischen Kirche wird das Wasser in der Regel über den Kopf gegossen oder gesprenkelt.
- Sofortige Chrismation: Das Äquivalent der katholischen Firmung wird noch am Tag der orthodoxen Taufe gespendet – nicht erst Jahre später.
- Kommunion ab der Taufe: Selbst ein Säugling empfängt bei seiner orthodoxen Taufe die Eucharistie, was im katholischen Ritus erst nach Erreichen des Vernunftalters möglich ist.
- Die Rolle der Taufpaten: In der orthodoxen Tradition trägt der Taufpate oder die Taufpatin das Kind während der gesamten Zeremonie auf den Armen – als Zeichen seiner geistlichen Verantwortung.

Orthodoxe Taufe für Säugling, Kind oder Erwachsenen: Gibt es Unterschiede?
Das orthodoxe Taufritual ist grundsätzlich dasselbe, unabhängig vom Alter des Täuflings. Es gibt jedoch einige praktische Anpassungen:
- Orthodoxe Säuglingstaufe: Die Zeremonie findet idealerweise innerhalb der ersten 40 Tage nach der Geburt statt. Der Säugling wird vom Priester dreimal in das Taufbecken getaucht, während ihn der Taufpate oder die Taufpatin hält.
- Orthodoxe Kindertaufe: Das Ritual ist identisch. Das Kind kann je nach Alter aktiv an den Lesungen und Gebeten teilnehmen.
- Orthodoxe Erwachsenentaufe (Katechumene): Vor der Taufe ist eine Katechese erforderlich. Der Erwachsene muss die Grundlagen des orthodoxen Glaubens erlernen. Das Ritual ist feierlicher und beinhaltet in der Regel das Sprechen des Glaubensbekenntnisses.
Russisch, Griechisch oder Serbisch Orthodox: Welche Besonderheiten Gibt es?
Die orthodoxe Tradition ist allen Kirchen gemeinsam, doch bestimmte kulturelle Praktiken variieren je nach nationaler Herkunft:
- Russisch-orthodoxe Taufe: Die Liturgie wird auf Kirchenslawisch gesungen. Die Taufbecken sind häufig mit Ikonen geschmückt. Das anschließende Familienfest ist besonders ausgelassen und von spezifischen kulinarischen Traditionen geprägt.
- Griechisch-orthodoxe Taufe: Die Zeremonie wird auf Byzantinisch-Griechisch gehalten. Es ist üblich, dem Kind den Namen seines Schutzpatrons zu geben. Der Taufpate (nounós) spielt eine zentrale Rolle und schenkt in der Regel eine Kette mit einem Kreuz.
- Serbisch-orthodoxe Taufe: Das Krsno Ime (das Fest des Familienschutzpatrons) ist oft eng mit den Tauftraditionen verbunden. Die Familie des kum (Taufpaten) und der kuma (Taufpatin) pflegt eine dauerhafte geistliche Beziehung zur Familie des Kindes.
Die Rolle des Taufpaten und der Taufpatin bei der Orthodoxen Taufe
In der orthodoxen Kirche sind Taufpate und Taufpatin weit mehr als symbolische Figuren. Sie sind die geistlichen Bürgen des Kindes für sein gesamtes Leben: Sie verpflichten sich, es im Glauben zu erziehen, sollten die Eltern versterben, regelmäßig für es zu beten und ihm die orthodoxen christlichen Werte weiterzugeben.
In der Praxis wählt der Taufpate oder die Taufpatin in der Regel den Taufnamen des Kindes, bringt eine Taufkerze und ein weißes Gewand mit und hält das Kind während der Untertauchung. Diese geistliche Verbindung (im slawischen Brauchtum kumstvo genannt) gilt in vielen orthodoxen Gemeinschaften als heilig.

Welches Geschenk für eine Orthodoxe Taufe?
Die Wahl des Geschenks für eine orthodoxe Taufe ist Ausdruck des Respekts gegenüber dem Glauben und den Traditionen der Familie. Hier sind die beliebtesten Geschenke:
- Eine orthodoxe Ikone: Das symbolträchtigste Geschenk überhaupt. Eine Ikone Christi, der Gottesmutter (Theotokos) oder des Schutzpatrons des Kindes wird ein Leben lang in Ehren gehalten.
- Ein orthodoxes Kreuz oder ein Anhänger: In Silber oder Gold, zum Tragen um den Hals. Das orthodoxe Kreuz ist an seiner charakteristischen Form mit drei horizontalen Querbalken zu erkennen.
- Orthodoxe Rosenkränze (Chotki): Handgeknüpft aus Wolle, verwendet für das Jesusgebet.
- Ein Gebetbuch oder eine illustrierte Bibel: Ideal für ein Kind oder einen neu getauften Erwachsenen.
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Wie Bereitet Man eine Orthodoxe Taufe Vor?
Die Organisation einer orthodoxen Taufe erfordert einige praktische Vorbereitungen:
- Den Priester kontaktieren der nächstgelegenen orthodoxen Gemeinde, um den Termin festzulegen und die Anforderungen der jeweiligen Kirche zu erfahren.
- Taufpaten auswählen: Sie müssen selbst orthodox getauft und gefirmt sein.
- Ein weißes Gewand für den Täufling vorbereiten – Symbol der Reinheit und der geistlichen Wiedergeburt.
- Eine große weiße Kerze, natives Olivenöl und ein weißes Tuch mitbringen, um das Kind nach der Untertauchung einzuwickeln.
- Bei einer Erwachsenentaufe mehrere Monate Katechese im Voraus einplanen.
Fazit
Die orthodoxe Taufe ist weit mehr als ein Übergangsritual: Sie ist eine vollständige geistliche Geburt, die Taufe, Chrismation und Eucharistie in einer einzigen Feier vereint. Ob Sie die Taufe Ihres Kindes vorbereiten, zum ersten Mal Taufpate oder Taufpatin sind oder ein bedeutungsvolles Geschenk für einen lieben Menschen suchen – wir hoffen, dass dieser Artikel Ihnen alle Antworten gegeben hat, die Sie brauchten.


